Vereinbarung zwischen CDU, SPD und VOLT in der Stadt Rodgau für die Wahlperiode 2026 bis 2031

27.04.2026
Pressemitteilung
Unter dem Leitmotiv „Sicherheit und Fortschritt, Chancen nutzen“ haben CDU, SPD und VOLT ihre Zusammenarbeit besiegelt. Das Bündnis setzt auf eine sachbezogene Politik, um die Lebensqualität in Rodgau trotz finanzieller Herausforderungen nachhaltig zu sichern.
Sachthemen
  1. Finanzen, Wirtschaft und Verwaltung
  2. Stadtentwicklung, Infrastruktur, Planung und Bau
  3. Klima, Umwelt, Verkehr und Energie
  4. Bildung, Soziales, Generationen und Integration
  5. Kultur, Sport und Ehrenamt

Eine gute Zukunft für Rodgau Gestalten. Die Fraktionen von CDU, SPD und VOLT in der Stadtverordnetenversammlung Rodgau vereinbaren eine Zusammenarbeit im Interesse eines bestmöglichen Wirkens für die Stadt Rodgau und ihre Einwohnerschaft.

Die Fraktionen wollen eine offene, sachliche und sachgerechte Politik gestalten mit klaren Prioritäten und Zielen. In dieser Vereinbarung benennen die Fraktionen wesentliche Punkte ihrer zukünftigen Zusammenarbeit „Sicherheit und Fortschritt, Chancen nutzen.“

Die Fraktionen sind sich darüber einig, dass nicht alle in den kommenden Jahren anstehenden Sachentscheidungen in diesem Papier geregelt werden können. Die Fraktionen wollen sachlich, verlässlich, vertrauensvoll und gedeihlich zusammenarbeiten. Sowohl für die beschriebenen Sachverhalte als auch für alle weiteren anfallenden Themen oder Probleme sollen künftig tragfähige und nachhaltige gemeinsame Lösungen erarbeitet und umgesetzt werden.

Die landesweite Krise der kommunalen Finanzen hat auch die Stadt Rodgau erreicht. Die finanzielle Situation wird in den nächsten Jahren herausfordernd bleiben. Gute Zukunft kann deshalb nur mit einer dauerhaften Konsolidierung der städtischen Finanzen erreicht werden. Dazu sind weitere Anstrengungen notwendig. Die städtischen Finanzen zu stabilisieren ist ein primäres Ziel der nächsten Jahre. Aber auch Bund und Land müssen helfen, die Leistungsfähigkeit der Kommunen dauerhaft zu sichern. Nur wenn die kommunale Familie über ausreichende Mittel verfügen, kann sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen. Das Konnexitätsprinzip muss für alle Ebenen gelten.

Die Fraktionen sind bereit, ihre politische Zusammenarbeit stets mit dem nötigen Willen und dem entschiedenen Engagement so zu gestalten, dass alle Möglichkeiten und Chancen zum Wohle der gesamten Stadt Rodgau und der hier lebenden Menschen genutzt werden.

Ein ausgeglichener Haushalt, dauerhaft ohne neue Schulden, ist für diese Wahlperiode ein wichtiges Ziel: Rodgau braucht stabile Finanzen, um handlungsfähig zu bleiben. Wir setzen klare Prioritäten, investieren wo notwendig mit Augenmaß und vermeiden neue Schulden sowie Steuer- und Gebührenerhöhungen, wo immer es möglich ist.

1. Finanzen, Wirtschaft und Verwaltung

Transparente Haushaltsführung und digitale Prozesse sorgen für Effizienz und Vertrauen. Alle Inhalte, Projekte und Maßnahmen stehen unter Finanzvorbehalt. Bei der Ausgabenpolitik ist auf strikte Haushaltsdisziplin zu achten. Zwischen Wünschenswertem und Notwendigem ist zu priorisieren, um neue Schulden zu vermeiden. An den bestehenden freiwilligen Leistungen soll festgehalten werden.

Haushalt 2026

Die interfraktionellen Gespräche („Allianz der Willigen“) zum Entwurf des Haushaltsplanes 2026 sollen fortgesetzt werden. Der Magistrat wird nach der Beratung durch das Hessische Ministerium des Innern und des Hessischen Rechnungshofes eine Liste möglicher Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung erarbeiten. Diese Liste soll in den interfraktionellen Gesprächen zur weiteren Beratung vorgelegt werden. Ziel ist es, die Beschlussfassung des Haushaltsplanes 2026 mit möglichst breiter Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause zu beschließen.

Haushaltspläne 2027 und 2028

Für die Jahre 2027 und 2028 sollen Haushaltspläne aufgestellt werden, die eng auf dem beschlossenen Haushaltsplan 2026 aufsetzen und darüber hinaus eine aktuelle Darstellung der Konsolidierungsplanung bis zum Ende der Wahlperiode enthalten. Die jährlichen Ausgaben sollen die Einnahmen in der Regel nicht übersteigen und mit den aktuellen Steuerhebesätzen auskommen.

Städtische Steuern und Gebühren

Eine Prüfung der Höhe der bestehenden städtischen Steuern erfolgt zu jedem Haushaltsplan, auch mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung der Stadt. Ziel ist es aber, Veränderungen bei den vorhandenen städtischen Steuern zu vermeiden. Eine Grundsteuer C wird ab dem Haushaltsplan 2026 erhoben. Die städtischen Gebühren werden gemäß den gültigen rechtlichen Vorgaben zukünftig alle drei Jahre überrechnet und dann festgelegt bzw. angepasst.

Wohnungsbaugesellschaft

Die Stadt Rodgau gründet eine eigene Wohnungsbaugesellschaft. Neben den Regelungen für Gesellschaftsform und Geschäftsbereichen auf der Grundlage des Magistratsberichtes aus dem Jahre 2025 wird zur Vorbereitung eine weitere externe Prüfung veranlasst. Ziel ist es im Ergebnis einen kurz-, mittel- und langfristigen Zeit- und Finanzplan zu erarbeiten, der auch die finanziellen Auswirkungen für den städtischen Haushalt darstellt. Die Koalition wird einen entsprechenden Antrag in die Stadtverordnetenversammlung einbringen.

Stadtwerke

Die Stadtwerke sichern als Eigenbetrieb - und damit als Teil der städtischen Verwaltung - in Kernbereichen wie Wasser und Abwasser, Abfallbewirtschaftung, Friedhofs- und Bestattungswesen, Bauhof, die Ver- und Entsorgung für die städtische Daseinsfür- und -vorsorge. Der Abbau von Doppelstrukturen mit der Stadtverwaltung soll, wo möglich, fortgesetzt werden. Die Koalitionsfraktionen werden sich in dieser Wahlperiode unter Einbeziehung der städtischen Gesellschaften (SWR.E und EVR) unter Beachtung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit über die weitere Aufstellung und Ausrichtung der Stadtwerke verständigen.

Wirtschaft fördern und stärken - Arbeit vor Ort sichern

Die Modernisierung der vorhandenen Gewerbegebiete und die Bereitstellung weiterer Flächen im Rahmen der aktuellen Aufstellung des RegFNP, mit dem Ziel neue und attraktive Arbeitsplätze in Rodgau zu gewinnen gehört zu den Gefielen der Koalition. Die städtische Wirtschaftsförderung wird weiter optimiert, um die Ansiedlung leistungsstarker Unternehmen zu fördern, unserem Mittelstand und Handwerk Entwicklungsperspektiven zu eröffnen und gute Voraussetzungen für Schaffung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen zu bieten. Es sollen innovative, nachhaltige und zukunftsweisende Unternehmen angeworben werden. Alle Unternehmen sollen flexibel, passgenau und entsprechend ihren Anforderungen und Bedürfnissen beraten und betreut werden. Ebenso soll weiter durch eine aktive Wirtschaftsförderung die Unterstützung des lokalen Gewerbes und Handels, auch digital, z.B. durch die Rodgau-Card, sowie die Belebung der innerstädtischen Quartiere verbessert werden. Dabei wird geprüft, ob und wie ein Stadtmarketing einbezogen werden kann. Dazu gehören ein aktives Grundstücksmanagement, eine Gewerbeflächenbörse sowie stabile, planbare Hebesätze der Gewerbesteuer. Die Anpassung von Grundstückspreisen für interessante Firmen in Bezug auf Gewerbesteuer, Arbeitsplätze oder Innovationen soll ermöglicht werden.

Der Badesee soll als Freizeit-, Kultur- und Wirtschaftsstandort weiterentwickelt werden, die Koalition unterstützt die Ziele des Letter of Intent zwischen dem Deutsche Pétanque Verband (DPV) und der Stadt Rodgau.

Digitales Rathaus

Die Raumkapazitäten und Standorte für die gesamte Stadtverwaltung werden überprüft und in ein Gesamtkonzept unter der Berücksichtigung und Umsetzung neuer Arbeitsmodelle einbezogen. Eine Konzentration auf möglichst wenige Standorte soll erreicht werden.

Eine bürgernahe und serviceorientierte Verwaltung ist heutzutage selbstverständlich, die Stadtverwaltung ist Dienstleister für die Bürgerschaft. Der Ausbau digitaler Angebote zur Verbesserung der Verwaltungsarbeit und als Bürgerservice wird konsequent fortgesetzt. Zu dieser Digitalisierungs-Offensive in der Stadtverwaltung gehört die Möglichkeit der Abwicklung aller möglichen Abläufe (auch) auf elektronischem Wege. Die Rodau-App wird als zentrales Angebot der städtischen Leistungen weiter ausgebaut.

Sonderstatus-Stadt

Die Stadt Rodgau will keine Übernahme zusätzlicher Verwaltungsaufgaben, die ihr nach dem Gesetz als Sonderstatus-Stadt auf Anforderung übertragen werden müssten.

2. Stadtentwicklung, Infrastruktur, Planung und Bau

Die Stadt Rodgau, mit ihrer verkehrsgünstigen Lage in der zentralen Region Rhein-Main, gehört zu den wirtschaftsstärksten Städten im Kreis Offenbach. Eine starke Wirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Gemeinwesen. Die Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere nach bezahlbarem, für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen, übersteigt bei Weitem das Angebot unserer Stadt. Mit der Verwirklichung der in Planung befindlichen Baugebiete soll die Möglichkeit geschaffen werden, durch Wohnraum im städtischen Besitz, diesem Druck entgegenzuwirken.

Maßvolle Stadtentwicklung

Die Koalition setzt auf Förderung der Innenentwicklung um Flächenressourcen zu schonen. Mit der Innenentwicklungsstrategie gibt es eine städtische Richtlinie, die eine übermäßige Bebauung in den Ortskernen verhindert und eine Gesamtbetrachtung mit der umgebenden Bebauung einschließlich der verkehrlichen Situation einbezieht. Auch sollen Baulücken genutzt und Bebauungspläne regelmäßig aktualisiert werden.

Schaffung von Wohnraum

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bleibt eine dringliche Aufgabe. Dabei sollen auch Senioren- und Singlewohnungen sowie Mehrgenerationenprojekte einbezogen und ermöglicht werden. Für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und sozial gebundener Wohnungen werden in der Stadt Rodgau kommunale Möglichkeiten verstärkt genutzt, z. B. die Nutzung von Grundstücken in Erbpacht, die Vereinfachung von Neubauplanungen im Bestand und gemeinnütziges Bauen. Wir orientieren uns an einem Ziel von 25-30% bezahlbarem Wohnraum. Die Stadt Rodgau ist bereit, eigene Wohnbauprojekte in Kooperation mit kommunalen oder regionalen Partnern, z.B. gemeinnützigen Baugesellschaften, zu realisieren.

Infrastruktur, die funktioniert

Straßen, öffentliche Gebäude und Einrichtungen müssen zuverlässig und zukunftsfähig sein. Wir setzen das Anti-Schlagloch-Programm fort, modernisieren städtische Gebäude energetisch und prüfen Großprojekte wie den Neubau einer Stadthalle oder den Weiterbau der Rodgau-Ringstraße nach echtem Nutzen für Rodgau. Infrastruktur muss für die Zukunft gerüstet sein. Bestandsimmobilien für städtische Zwecke zu erwerben, kann aus finanziellen, städtebaulichen oder baulichen Gründen sinnvoll sein. Deshalb ist es sinnvoll in jedem Einzelfall zu prüfen, ob und für welchen Zwecke kirchliche Immobilien, die zum Verkauf stehen, genutzt werden können. Dabei müssen die finanziellen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Der Bau einer zentralen Stadthalle wird bereits geprüft. In dieser Wahlperiode soll der fehlende Teil des Gesamtkonzeptes unter Einbeziehung der bestehenden Bürgerhäuser, deren zukünftige Nutzung unter Einbeziehung der dazugehörigen Grundstücke entwickelt werden.

Lebendige Stadtteile mit hoher Lebensqualität

Für eine gedeihliche, lebendige Entwicklung unserer Stadtteile braucht es jeweils eine attraktive örtliche Ortsmitte mit Aufenthaltsqualität. Auch Grünflächen, Spiel- und Freizeitangebote sollen zu einem lebenswerten Umfeld beitragen Unser Ziel ist es, die Lebensqualität in Rodgau, von Rollwald bis Weiskirchen, gleichwertig zu gestalten. Es werden geeignete Maßnahmen gegen die sichtbare Vermüllung öffentlicher Bereiche und in Grünanlagen im gesamten Stadtgebiet ergriffen; auch werden weitere Ausgabe- und Entsorgungsstellen für Hundekotbeutel errichtet. Im Rahmen der städtischen Öffentlichkeitsarbeit werden die Probleme mit einer Aufklärungskampagne thematisiert.

Aufenthaltsqualität in den Wohnquartieren

Die Aufenthaltsqualität in den Wohnquartieren und in Wegebeziehungen (z. B. zu Bahnhöfen, Einkaufsmärkten, Zentren) soll gesteigert werden mit einem Konzept „begehbare Stadt“ für eine bessere Mobilität für alle Fußgänger, u.a. durch Straßenmöblierung und Straßenbegleitgrün. Für innere Stadteilbereiche werden Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung und Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Fahrradfahrer durchgeführt. Für Freizeitmöglichkeiten im öffentlichen Raum werden altersgerechte Spielflächen im Rahmen eines Konzeptes "bespielbare Stadt" vorgesehen.

Entwicklung der aktuellen Bebauungspläne

Ziel ist eine ganzheitliche Entwicklung der Stadt, die alle Bereiche in den Blick nimmt. Dazu gehören neben dem Wohnungsbau auch die Kinderbetreuung, Schulen, die Stadtverwaltung, aber auch der Bedarf an öffentlichen Einrichtungen, wie Bibliotheken, Stadthalle oder weitere Freizeiteinrichtungen sowie der Verkehr. Zukünftige Wohngebiete sollen verkehrsarm entstehen, durch moderne Mobilitätskonzepte werden die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern angemessen berücksichtigt. In den zu entwickelnden Wohnbauflächen werden auch Gebäude mit Passiv- oder Aktivhausstandard errichtet, die HLG soll entsprechend tätig werden. Die Kosten und die finanziellen Auswirkungen sind vorab zu prüfen. Die Entwicklung von günstigem Wohnraum hat dabei jedoch oberste Priorität. Bei der Entwicklung der Baugebiete streben wir eine gebietsverträgliche Mischung von Einzelhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungen in Eigentum und Miete an, ausgerichtet an mittleren Dichtewerten. Alle in der Planung oder Aufstellung befindlichen Bebauungspläne für Wohngebiete werden auch auf ihre wirtschaftliche, ökologische und zeitliche Realisierbarkeit überprüft. Bei neuen Entwicklungsprojekten sollen größere zusammenhängende Grün- und Parkflächen entstehen und erhalten bleiben, die wirtschaftlich tragbar sind. Das Baugebiet Rodgau-West wird darüber hinaus hinsichtlich der beschlossenen Ziele und der Realisierung in Abschnitten mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit überprüft.

3. Klima, Umwelt, Verkehr und Energie

Unsere natürlichen Ressourcen erlauben Wachstum nur in dem Umfang, wie diese nicht auf Dauer geschädigt werden. Hier gilt es Voraussetzungen für eine weitere Verbesserung der Umweltqualität zu schaffen, besonders wenn es um Fragen des Landschafts- und Naturschutzes, um den Ausgleich von Natur- und Siedlungspolitik, um den Erhalt und die Sicherung der Trinkwasserreserven und den Schutz vor Verkehrs- und Fluglärm geht. Der Energiepolitik kommt eine ständig steigende Bedeutung zu. Die Stadt Rodgau wird für ihre Liegenschaften erneuerbare Energien (PV) nutzen, wo diese technisch realisierbar und wirtschaftlich sinnvoll sind, mit dem Ziel einer möglichst vollständigen Ausschöpfung der Potenziale. Mobilität ist für einen Wirtschaftsraum ein unverzichtbarer Standort- und Erfolgsfaktor. Die Vernetzung und die intelligente Steuerung aller Verkehrsträger sichern diese Mobilität. Dabei kommt dem ÖPNV in Zukunft eine noch bedeutsamere Rolle zu. Ziel bleibt auch der weitere Ausbau und die Verknüpfung des Radwegenetzes in unserer Stadt, dabei gilt es, wo notwendig die Beschilderung zu ergänzen.

Verkehrslenkung

Wir wollen weitere Maßnahmen zur Geschwindigkeits- und Lärmreduzierung auf stark belasteten Straßen im Stadtgebiet. Dazu gehört ein Durchfahrtsverbot in den Stadteilen für Schwerlastverkehr. Ausweichrouten sollen konsequent verhindert werden. Dabei soll die Prüfung von Autofreiheit, städtische Nutzungen und die Aufenthaltsqualität einbezogen werden. Der Bereich Hintergasse, Kirchgasse in Jügesheim wird an Markttagen im Zuge eines Modellprojekts von Autoverkehr freigehalten.

Parkraumkonzept

Es wird ein städtisches Parkraumkonzept erstellt, das die Rahmenbedingungen für alle Belange des ruhenden Verkehrs, insbesondere das Parken im öffentlichen Raum, im gesamten Stadtgebiet regelt. Dabei wird geprüft, ob mit einem Modellprojekt in einem Stadtteil praktische Erfahrungen gesammelt und allgemeingültige Erkenntnisse gewonnen werden können.

Überwachung des ruhenden Verkehrs

Die Kontrolle des ruhenden Verkehrs soll verstetigt und im Rahmen der Möglichkeiten regelmäßig in allen Stadtteilen durchgeführt werden. Wenn möglich soll auch der Einsatz der Ordnungspolizei auf Fahrrädern intensiviert werden.

Fahrradwege und Fahrradstraßen

Ziel bleibt auch der weitere Ausbau und die Verknüpfung des Radwegenetzes in unserer Stadt, dabei gilt es, wo notwendig die Beschilderung zu ergänzen. Auch der strukturierte Ausbau von Fahrradabstellflächen und Fahrradständern wird fortgesetzt.

ÖPNV

Mobilität ist für einen Wirtschaftsraum ein unverzichtbarer Standort- und Erfolgsfaktor. Die Vernetzung und die intelligente Steuerung aller Verkehrsträger sichern diese Mobilität (Stadtbus, On-Demand-Verkehr, S-Bahn), die aber auch wirtschaftlich tragbar sein muss.

Mobilitätskonzept

Wir bekennen uns nachdrücklich zu der im Mobilitätskonzept dargestellten Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch des Fuß- und Radverkehrs. Wir wollen ein vernetztes und umweltfreundliches Verkehrssystem schaffen. Die weitere Ergänzung des Mobilitätskonzeptes mit einer Verkehrsuntersuchung unter Einbeziehung aller Rodgauer Bebauungspläne im Flächennutzungsplan bezüglich der Verkehrsleistung und des Verkehrsaufkommens wird auf den Weg gebracht. Dazu gehört insbesondere die Prüfung, inwieweit der Weiterbau der Rodgau-Ring-Straße und der Durchstich der Südtrasse Hainhausen zur B 45 alt unter Beachtung angemessener Umweltstandards zur Entlastung der Ortsdurchfahrten von Hainhausen und Weiskirchen für die betroffenen Menschen beitragen. Nach aktueller Verkehrszählung und gutachterlicher Feststellung ist für eine mögliche Realisierung des Baus der beiden Entlastungsstraßen die Finanzierung mit Landesmitteln zu beantragen und sicherzustellen.

Straßenunterhaltung

Die regelhafte Unterhaltung und beständige Sanierung von Straßen wird in allen Haushalten mit ausreichenden Mitteln dotiert. Die Straßen werden entsprechend der zu überarbeitenden Prioritätenliste saniert.

Evaluierung Stellplatzsatzung

Die Stellplatzsatzung wird evaluiert. Grundsätzlich gilt die konsequente Anwendung der Stellplatzsatzung für alle Bereiche der Stadt, insbesondere auch in allen Fragen der Innenverdichtung und der Entwicklung neuer Baugebiete.

Ersatz der Beleuchtung durch LED-Systeme

Der schrittweise Ersatz der Beleuchtung aller Straßen und Fahrradwege durch solargestützte oder LED-Systeme wird abgeschlossen. Wo sinnvoll soll der Lückenschluss fortgesetzt werden.

Smart City

Smarte Steuerungssysteme, z. B. wie bei dem Projekt "Smart Lighting", sollen auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen. Die Maßnahmen sollen sukzessive umgesetzt werden und dazu beitragen, Rodgau zu einer modernen, vernetzten und nachhaltig smarten Stadt weiter zu entwickeln.

Klimarelevante Investitionen

Alle Investitionen der Stadt sollen auf ihre Klimarelevanz überprüft werden. Klimarelevante Investitionen der Bürger und Unternehmen werden durch Vermittlung von Fördergeldern unterstützt. Das integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept für die Stadt Rodgau wird fortgeschrieben und insbesondere die Ziele zur Einsparung von CO2 sukzessive umgesetzt und regelmäßig geprüft und aktualisiert.

Klimaschutz in bebauten Ortslagen

Bei Straßensanierungen soll Straßenbegleitgrün geplant werden. Das Straßenbegleitgrün und die öffentlichen Parks und Grünflächen sind in einem geeigneten Rhythmus zu reinigen und zu pflegen, um auch eine optische Aufwertung des Stadtgebietes zu erreichen. Die Pflege und Aufwertung von Bestandsflächen ist einzubeziehen.

Die Einführung von freiwilligen Pflegepartnerschaften aus der Bürgerschaft für Grünflächen in der Nachbarschaft wird geprüft und könnte entsprechend den vorhandenen Beispielen aus anderen Kommunen umgesetzt werden. Auch der Erhalt der Artenvielfalt wird inner- und auch außerstädtisch gefördert. Hierzu werden bienen- und insektenfreundliche Flächen im Stadtgebiet vermehrt eingerichtet.

Die Stadt hat eine Vorbildfunktion im Bereich der Nachhaltigkeit. Deshalb ist es erklärtes Ziel, insbesondere bei Neu- und Umbauten sowie bei der Sanierung von städtischen Gebäuden energetische Sanierungsmaßnahmen umzusetzen und auch Photovoltaik, Gründächer einzubeziehen. Zur Verbesserung des städtischen Klimas und zur verstärkten Versickerung von Regenwasser sollen auch weiterhin Flächen im Stadtgebiet entsiegelt werden.

Neubaugebiete

Bei der Ausweisung und Gestaltung neuer Baugebiete findet der naturrechtliche Ausgleich soweit möglich innerhalb der Baugebiete statt. Der restliche Ausgleich soll innerhalb der Rodgauer Gemarkung erfolgen.

Wiederaufforstung von Waldflächen

Die Erhaltung und Pflege des Rodgauer Waldes sowie die klimagerechte Wiederaufforstung sind von großer Bedeutung. Im Rahmen der Haushaltsberatungen werden die Mittel für den Waldwirtschaftsplan einvernehmlich festgelegt.

Weiterer Ausbau der E-Ladeinfrastruktur

Das E-Ladesäulennetzwerk als Standortfaktor für Privatpersonen und Unternehmer soll beständig ausgebaut werden. Darüber hinaus sollen die Angebote der städtischen Tochtergesellschaften auf ihre Wirtschaftlichkeit und Attraktivität überprüft werden.

4. Bildung, Soziales, Generationen und Integration

Unsere Gesellschaft muss getragen sein von der Solidarität mit den Schwachen und Hilfsbedürftigen. Soziale Politik bedeutet für uns Hilfe zur Selbsthilfe: Fordern und Fördern. Menschen sollen in die Lage versetzt werden, ein eigenbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Die in unserer Stadt vorhandenen, notwendigen Hilfen und Angebote sollen für alle gesellschaftlichen Gruppen bedarfsgerecht erhalten bleiben.

Betreuungsangebote in den Kitas

Wir wollen auch in Zukunft ein hochwertiges, verlässliches Betreuungsangebot mit flexiblen Öffnungszeiten, einem ansprechenden Speiseangebot und ausreichend Fachkräften in den Kitas erhalten. Im Spannungsfeld zwischen der finanziellen Situation der Stadt und des erheblichen Defizites, das aus dem vorhandenen Betreuungsangebot entsteht und aktuell bei über 21 Mio. Euro liegt, sieht die Koalition aber auch die Notwendigkeit alle möglichen und sozialverträglichen Einsparungen zu realisieren. Die Betreuung wird im Rahmen der notwendigen finanziellen Konsolidierung transparent und nachvollziehbar auf mögliche konzeptionelle und strukturelle Änderungen geprüft, die zu finanziellen Entlastungen führen könnten. Das Speisenangebot soll kostendeckend angeboten werden. Dabei ist es Ziel, den kostenlosen Kita-Besuch für Kinder ab dem Alter von drei Jahren beizubehalten.

Betreuungsangebote an den Grundschulen

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen, haben wir in den vergangenen Jahren die Betreuungsangebote an Grundschulen in Rodgau auf freiwilliger Basis mit dem Schulträger Kreis Offenbach beständig verbessert und ausgebaut. Die Betreuungsangebote an allen Grundschulen in Rodgau sollen gemäß dem gesetzlichen Auftrag gemeinsam mit dem Schulträger gefördert und ausgebaut werden, um ein optimales Angebot zu schaffen.

Starke Familien, gute Chancen für Kinder

Wir wollen eine Stadt Rodgau für alle Generationen. Dazu gehört die Unterstützung der Beteiligung von Jugendlichen ebenso wie z. B. die Realisierung seniorengerechter Quartiere in Rodgau. Für die Koalition steht im Mittelpunkt: Familien sollen sich in Rodgau langfristig wohlfühlen und bleiben.

Schulwege

Die Schulwegsicherheit soll verbessert werden, der Laufbus ist eine Möglichkeit. Zur Sicherheit vor den Schulen gehören auch weitere Maßnahmen dem Problem der Elterntaxis zu begegnen.

Sicherheit, Zusammenhalt & Mitbestimmung

Die kommunale Aufgabe, die Menschen in ihrem Lebensumfeld vor Gefahren, Unglücksfällen und Katastrophen zu schützen, rückt wieder in den Blickpunkt. Die Stadt muss gerüstet sein in Notlagen helfen zu können. Wir stärken den Katastrophenschutz, die sozialen Einrichtungen und die Vereine. Barrierefreiheit, wohnortnahe Gesundheitsangebote und transparente Bürgerbeteiligung sorgen für Zusammenhalt. Politik soll erklären, zuhören und gemeinsam entscheiden.

Volkshochschule

Die Volkshochschule leistet einen wichtigen Beitrag zur Bildungsteilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger. Das Angebot ist vielfältig, neben beruflicher oder fachlicher Fortbildung gibt es auch Kurse, die der Freizeitgestaltung oder dem Hobby dienen. Es soll geprüft werden, durch welche Maßnahmen das Defizit der Volkshochschule verringert werden kann, wie und ob durch ein verändertes Modell die Kursgebühren einen deutlich höheren finanziellen Deckungsgrad erreichen und das Marketing des Angebotes verbessert werden kann.

Gesundheitsvorsorge und Ärzteversorgung

Der beständige Kontakt, der Austausch und die Unterstützung der in Rodgau niedergelassenen Ärzte gehört zu den Aufgaben städtischer Gesundheitsvorsorge ebenso wie die Unterstützung von Praxisgründungen und die Förderung bei der Ansiedlung von Haus- und Fachärzten.

Bürgerbeteiligung

Die Bürgerbeteiligung an Sachentscheidungen soll gestärkt werden. Die Einführung konkreter Schritte wie Bürgerbefragung, Bürgerentscheidung und Bürgerbudget wird perspektivisch geprüft.

Kinder- und Jugendparlament

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wird durch das Kinder- und Jugendparlament gewährleistet. Die Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments wird fortgesetzt, zukünftig sollen alle in Rodgau wohnhaften Kinder und Jugendlichen sowohl aktiv als auch passiv an der Wahl beteiligt werden. Die offene Frage des Wahlalters wird nach Beratung mit dem Gremium durch die Stadtverordnetenversammlung festgelegt.

Ausländerbeirat

Die Arbeit des Ausländerbeirates wird weiterhin unterstützt.

Musikschule

Die Stadt Rodgau unterstützt und fördert die Freie Musikschule e.V. jährlich mit erheblichen Mitteln. Daneben hat die Stadtverordnetenversammlung für die Jahre 2025 und 2026 in einem gesonderten Beschluss eine zusätzliche Förderung beschlossen, um möglichen Folgen aus dem Herrenbergurteil zu begegnen. Im Verlauf der Wahlperiode sollen Gespräche über die zukünftige Zusammenarbeit und Förderung geführt werden.

Sozialzentrum

Mit dem Neubau des Sozialzentrums in Nieder-Roden soll die Belebung des Stadteilzentrums erreicht und Platz geschaffen werden für eine in die Zukunft gerichtete Nutzung für Kinder und Jugendliche, für die Volkshochschule, Vereine, Initiativen und Projekte und eine moderne Bibliothek. Bestandteil dieses "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" (ZIZ)-Projekt ist die Aufwertung des Puiseauxplatzes. Die Umsetzung des Projektes erfolgt im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt.

5. Kultur, Sport und Ehrenamt

Ehrenamtliches und bürgerliches Engagement ist ein Garant für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Demokratie und bürgerliche Gesellschaft lebt von der Mitarbeit und dem Einsatz Einzelner. Aktive Bürger, ein ausgeprägtes kulturelles, soziales und sportliches Vereinsleben zeichnen unsere Stadt aus. Hierbei ist das Ehrenamt ein wesentliches und prägendes Element. Die Arbeit der ehrenamtlich Tätigen zu stärken und zu unterstützen ist daher unverzichtbar für den Zusammenhalt in unserer Stadt.

Sporthallen

Das Angebot an Sporthallenflächen in Rodgau für Vereins- wie Schulnutzung wird evaluiert.

Badesee

Am Badesee sollen zusätzliche sportliche Angebote am und im See implementiert werden, z.B. in Verbindung mit einem Beachclub. Der Ausbau der Freizeitmöglichkeiten/Treffpunkte für Kinder und Jugendliche auf dem Areal am Badesee wird verwirklicht.

Ehrenamtscard und -förderung

Die Ehrenamtscard wird, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten, sukzessive erweitert um weitere Angebote und Vergünstigungen für ehrenamtlich tätige Personen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Aktiven der Einsatzabteilungen der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen gelegt, um gerade für dieses Ehrenamt die Attraktivität zu erhöhen.

Nutzung städtischer Räume

Die zurzeit bestehenden Nutzungsbedingungen für Rodgauer Vereine in städtischen Räumen sollen auf der Grundlage ihrer Erfahrungen und auf Grundlage der Erfahrung der städtischen Verwaltung überprüft werden.

Ehrenabend

Die Veranstaltungsform des städtischen Ehrenabends und der Ehrungen wird im Zusammenwirken mit den Igemo‘s und der GOW evaluiert und bei Bedarf angepasst.

Städtische Kulturförderung

Das qualitativ starke städtische Kulturprogramm soll fortgeführt werden, ebenso die Rodgau-Galerie.

Ehrenordnung

Die städtische Ehrenordnung wird evaluiert und bei Bedarf einer zeitgemäßen Überarbeitung unterzogen.

Marc Hoffmann
Stadtverband (Beisitzer)
OV Rodgau Mitte (Beisitzer)