Pfarrgarten – Entwicklung mit Herz und Augenmaß

27.02.2026
Pressemitteilung
Der Pfarrgarten ist für uns Hainhäuserinnen und Hainhäuser weit mehr als nur ein Grundstück. In den vergangenen Jahren hat er spürbar wieder an Bedeutung gewonnen. Durch Feste, Begegnungen und gemeinschaftliche Veranstaltungen ist er erneut zu einem lebendigen Mittelpunkt unseres Stadtteils geworden – ein Ort der Gemeinschaft, der Tradition und des Zusammenhalts.
Diese Veranstaltungen stehen sinnbildlich für das starke Miteinander in Hainhausen.
Der CDU Rodgau ist bewusst, welche emotionale und gesellschaftliche Bedeutung dieser Platz für die Menschen vor Ort hat. Wir sind hier verwurzelt. Wir verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Pfarrsaal und dem Pfarrgarten: Kindergartenfeste, Sternsinger, Gruppenstunden, die erste Bücherausleihe – früher selbst erlebt oder mit den eigenen Kindern –, Singstunden, „die längste Theke“, die Kerb, der Adventsbummel … Der Pfarrplatz war und ist Teil der Identität Hainhausens.
Gleichzeitig sprechen wir offen über die Fakten: Eigentümerin des Grundstücks ist die Kirche. Wenn sie sich entscheidet, das Grundstück zu vermarkten, ist das ihr gutes Recht. Die Stadt besitzt jedoch das Planungsrecht. Nach dem gültigen Bebauungsplan (H7) ist das Grundstück als „Baugrundstück für Gemeinbedarf“ mit der Zweckbestimmung „Kirche/Gemeindezentrum“ ausgewiesen. Eine Wohnbebauung, wie sie seitens der Kirche in Erwägung gezogen wird, ist daher aktuell nicht zulässig. Dafür wäre zunächst eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich – und diese kann nur mit einer Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.
Für uns ist klar: Am Anfang muss das Gespräch stehen. Eine Verständigung zwischen Kirche und Hainhäuser Vereinen hat für uns oberste Priorität. Gewachsene Strukturen, ehrenamtliches Engagement und die Bedeutung des Platzes für das Vereinsleben verdienen Respekt. Ein Dialog auf Augenhöhe ist unverzichtbar.
Für uns kommen weitere Gespräche über eine mögliche Änderung der Bebauung erst dann wieder in Betracht, wenn der Dialog vor Ort abgeschlossen ist und eine Verständigung über die zukünftige Ausrichtung des Platzes erzielt wurde. Erst wenn Klarheit über die gemeinsamen Ziele besteht, kann über nächste Schritte gesprochen werden.
Als zusätzliche Information gehört zur gesamten Diskussion auch: Als der Pfarrsaal seinerzeit wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste, hatte sich die Stadt bereit erklärt, einen Teil der Sanierungskosten zu übernehmen, um den Vereinen weiterhin einen Ort der Begegnung zu sichern. Damals stand ein Modell im Raum, die Kosten zu dritteln – jeweils ein Anteil durch die Stadt, die Diözese und die Kirchengemeinde. Dieses Angebot wurde von kirchlicher Seite nicht angenommen.
Unsere Position ist eindeutig: Ein „Dorfplatz“ muss in jeder künftigen Planung erhalten bleiben. Ein solcher Ort ist elementar für das gesellschaftliche Leben in Hainhausen – für Begegnung, Kultur und Brauchtum, für Jung und Alt, heute und in Zukunft.
Im Wahlkampf wird gefordert, die Stadt solle den Pfarrgarten kaufen. So verständlich dieser Wunsch ist: In der aktuellen Haushaltslage ist ein Erwerb zu Baulandpreisen nicht realistisch. Verantwortung bedeutet für uns, ehrlich zu sagen, was machbar ist – und was nicht. Eine andere Grundlage entstünde, wenn die Kirche das Gelände zu Konditionen eines Gartengrundstücks an die Stadt veräußern würde.
Wir stehen für eine verantwortungsvolle und transparente Entwicklung – im fairen Umgang mit der Eigentümerin und mit einem klaren Bekenntnis zu unserem Hainhausen. Wir wollen gestalten statt spalten. Lösungen ermöglichen, statt Emotionen gegeneinander auszuspielen.
WICHTIG: Eine Änderung des Bebauungsplans, um eine Wohnbebauung zu ermöglichen, kann nur mit Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung erfolgen.
Wir christdemokratischen Hainhäuserinnen und Hainhäuser werden uns weiterhin mit ganzer Kraft dafür einsetzen, tragfähige Lösungen im Sinne unserer Gemeinschaft zu erreichen.
Für unser Hainhausen - für ein starkes gemeinsames WIR.
Heiko Lautenschläger
Stadtverband (Stellvertr. Vorsitzender)
OV Rodgau Mitte (Vorsitzender)
Fraktion (Magistrat, Qua Amt)